Wahlpflichtfächer

Die Wahlentscheidung sollte von den persönlichen Neigungen, Begabungen und eventuellen Berufsvorstellungen bestimmt sein.

Die Wahl eines Wahlpflichtfaches bzw. einer Wahlpflichtfachkombination (letzteres nur in Klassenstufe 7 und 8) ist zwingend und erfolgt für jeweils zwei Jahre. Die Erstwahl erfolgt für die Klassenstufe 7 und 8; am Ende der Klassenstufe 8 kann für die Klassenstufe 9 und 10 neu gewählt werden.

In Klassenstufe 7 bis 9 werden die Wahlpflichtfächer jeweils mit 4, in Klassenstufe 10 mit 3 Wochenstunden unterrichtet. Besondere fachspezifische Arbeitsformen und Arbeitstechniken stehen dabei im Vordergrund, um die Schülerinnen und Schüler für die weiteren berufs- und studienbezogenen Bildungsgänge zu qualifizieren.

Eine Besonderheit der Wahlpflichtfachnote ist ihre Wertung beim Versetzungszeugnis. Sie kann unter ausreichend liegende Noten der Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch ausgleichen, während sie selbst durch entsprechende Noten in allen Fächern ausgeglichen werden kann.

Klassenstufen 7 und 8

In der Klassenstufe 7 müssen sich die Schülerinnen und Schüler zwischen Französisch und einer Kombination aus zwei der Fächer Mathematik-Naturwissenschaften, Technisches Zeichnen, Textverarbeitung und Familienhauswesen entscheiden.

Während Französisch vierstündig pro Woche unterrichtet wird, werden die anderen Fächer je zweistündig gehalten. Durch die Wahl von zwei Fächern ergibt es die gleiche Anzahl an Unterrichtsstunden für die Kombinationswahl wie bei alleiniger Französischwahl.

Die Inhalte der einzelnen Fächer sind:

  • Französisch
    Neben der mündlichen und schriftlichen Verständigung stehen vor allem Informationen über die Lebensgewohnheiten und Lebensbedingungen im Nachbarland im Vordergrund des Unterrichts.
  • Mathematik-Naturwissenschaften
    Ein Hauptanliegen dieses Wahlpflichtfaches ist das naturwissenschaftliche Experimentieren. Neben einer Einführung ins Mikroskopieren werden Geografiethemen behandelt.
  • Technisches Zeichnen
    Normschrift, geometrische Grundkonstruktionen sowie die Darstellung und Bemaßung von Körpern sind Hauptthemen dieses Wahlpflichtfachs.
  • Familienhauswesen
    Die Vermittlung der Grundlagen für eine gesunde Ernährung, die Zubereitung von Nahrungsmitteln, das private Haushalten und die Gestaltung des wohnlichen Lebensbereiches sowie die Aufgaben der Familie sind Ziele dieses Faches.
  • Textverarbeitung
    In diesem Unterricht stehen Grundfertigkeiten des Maschinenschreibens, die form- und normgerechte Gestaltung von Schriftstücken, die Wartung und Pflege der Schreibmaschine sowie die Textverarbeitung mit dem Computer im Vordergrund.

Klassenstufen 9 und 10

Französisch

Die in den Klassenstufen 7 und 8 aufgebauten Sprachkenntnisse zur mündlichen und schriftlichen Verständigung sollen nun weiter ausgebaut werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Texte aus dem Bereich des Alltagslebens zu verstehen und wiederzugeben. Zudem sollen sie in die Lage versetzt werden, sich unbekannte Texte selbständig zu erschließen.

Dabei sollen sie Interesse und Verständnis für das fremde Land entwickeln und darüber hinaus Kenntnisse aus der Geographie, der Gesellschaft, der Politik, der Technik, der Wirtschaft, der Geschichte und der Literatur erwerben.

Mathematik-Naturwissenschaften

Die in den Klassenstufen 7 und 8 begonnene Einführung in die naturwissenschaftliche Arbeitsweise wird nun weitergeführt. Jedoch sind keine Vorkenntnisse aus dem vorausgegangenen Unterricht erforderlich.

Neben chemischen Experimenten ist ein Schwerpunkt der Aufbau von Modellen zur Steuerung und Regelung. Dabei werden Grundbausteine von Computern, Speicher- und Zähleinrichtungen, Rechenwerke sowie Ein- und Ausgabegeräte behandelt. Einen weiteren Schwerpunkt stellt das Lösen von Problemen mit Hilfe elektronischer Einrichtungen dar. Dabei werden technische Vorgänge analysiert, einfache Programme zum Messen, Steuern und Regeln erstellt, aber auch Anwendungssoftware wie Textverarbeitungs-, Datenbank-, Grafik-, Kalkulationsprogramme und andere eingesetzt.

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten im MN-Unterricht vorwiegend selbständig und in kleinen Gruppen. Dabei werden sie zu exaktem und planvollem Vorgehen angeleitet. Sie entwickeln technisches Verständnis, Sicherheit im Umgang mit technischen Geräten, sachgerechtes Urteilen und kompetentes Handeln.

Wirtschafts- und Sozialkunde

m Vordergrund des Unterrichts stehen Informationen über wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorgänge und Entscheidungen und deren Bedeutung für die Bürger. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit ihrem wirtschaftlichen Eigeninteresse und dem Gesamtinteresse der Gesellschaft auseinandersetzen.

Auf der Grundlage des erworbenen Wissens sollen sie selbst wirtschaftlich handeln und entscheiden lernen. Dabei beschäftigen sie sich mit Gütern und Märkten, lernen betriebliche Abläufe sowie die Pflichten und Rechte der Menschen im Betrieb kennen. Auch die Rollen und das Zusammenspiel aller am Wirtschaftskreislauf Beteiligten — Haushalte, Unternehmen, Staat, Banken und Außenhandelspartner — sollen den Schülerinnen und Schülern bewusst werden.

Gegenstand des Unterrichts sind ferner die unterschiedlichen Ansätze von Marktwirtschaft, Planwirtschaft und Sozialer Marktwirtschaft. Letztlich sollen die Schülerinnen und Schüler auch Einsicht in die Notwendigkeit und die Mechanismen von Wirtschafts- und Sozialpolitik gewinnen.