Geschichte unserer Schule

Oktober 2006: Die Feier zur Namensgebung Simon-Salomon-Realschule Speicher markiert einen Höhepunkt in der fast vierzig-jährigen Geschichte unserer Schule. Unter großer Beteiligung der Vertreter aus Verwaltung und Gesellschaft wird die Verleihung des Namens würdig gefeiert. Gerade die Entscheidung, einen ehemaligen jüdischen Mitbürger Speichers auf diese Weise zu ehren und ein Zeichen für Toleranz im Umgang miteinander zu setzen, findet einhellig Anklang. Verwandte des Namenspatrons reisten aus Israel an und unterstrichen durch ihre Anwesenheit und ihre Redebeiträge diese Gedanken eindrucksvoll.

Doch zurück in das Jahr 1971: Unter dem Namen Staatliche Realschule Speicher startete im Schuljahr 1971/ 1972 in der Klasse 7 die Arbeit als eigenständige Schule. Da eine Eingangsstufe für die Klassen 5 und 6 der St.-Michael-Hauptschule Speicher vorgesehen war, hatten im Sommer 1969 Schülerinnen und Schüler aus sieben Grundschulen der Region ihr gemeinsames Lernen begonnen. Nach der Klasse 6 wurden dann die Bildungsgänge getrennt und in Hauptschule und in Realschule — in dem Gebäude der Hauptschule — fortgeführt.

Nachdem die Zahl der Schülerinnen und Schüler und der Klassen für den Realschulbildungsgang ständig anwuchs, errichtete man ein neues Hauptgebäude und ein Fachklassengebäude mit allen Fachräumen, die beide im Jahre 1976 bezogen werden konnten. In der Zwischenzeit war die Eingangsstufe in das Versuchsprogramm Orientierungsstufe aufgenommen worden. Erfahrungen aus dieser Zeit flossen dann in die neu konzipierte Gemeinsame Orientierungsstufe von Hauptschule und Realschule ein. In Speicher wird diese fortgeführt und besteht bis heute in der Form, dass die organisatorische Leitung in den Händen der Hauptschule Speicher und die pädagogische Leitung in denen der Realschule Speicher liegt. Heute wird in den Klassen der Orientierungsstufe je zur Hälfte durch die Kollegien beider Schulen und in den Klassen 6 in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik differenziert in A- und B-Kursen unterrichtet.

Von der Klassenstufe 7 der Realschule an wird den Schülerinnen und Schülern ein differenziertes Wahlpflichtfachangebot gemacht, damit ein Schwerpunkt im Lernen ausgebildet werden kann: Die zweite Fremdsprache Französisch sowie die Themenbereiche Gesundheitserziehung und Ernährung, Naturwissenschaften, Computer und Technik sowie Wirtschaft und Soziales können gewählt werden.

Es würde den Rahmen dieser Darstellung sprengen, alle pädagogischen und organisatorischen Neuerungen in einer sich ständig wandelnden Bildungslandschaft zu nennen, aber schwerpunktmäßig sollen einige markante Anpassungen an die veränderten Anforderungen, denen sich Absolventen einer Realschule stellen müssen, dargestellt werden:

  • Seit den frühen Achtzigerjahren wird der Berufswahlunterricht immer bedeutender und die Realschule Speicher führt das betreute zweiwöchige Betriebspraktikum in der Klasse 9 ein.
  • Formen des Projektunterrichts werden verstärkt eingesetzt. Neben der Durchführung von ganzen Projektwochen mit altersgemischten Lerngruppen zu bestimmten Themen kooperieren auch Fachlehrer und arbeiten fächerübergreifend. Die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen wird in gezieltem Methodentraining und durch Neuausrichtung des Unterrichts umgesetzt.
  • Immer wieder betreuen Kolleginnen und Kollegen Schülergruppen bei der Teilnahme an Wettbewerben wie Jugend forscht und können sich bis in die Gegenwart über Erfolge auf Regional-, Landes- und auch Bundesebene mitfreuen.
  • Seit 1986 unterstützt uns der Förderverein dankenswerterweise durch engagierte Mitarbeit von Elternvertretern — oft auch noch nach dem Schulabschluss der eigenen Kinder — und finanzielle Unterstützung bei unterrichtlichen und kulturellen Aktivitäten unserer Schule.
  • Der Computer hält verstärkt Einzug in die Schule. Nach dem Einsatz von Einzelplatz-Geräten wird in den Neunzigerjahren die Vernetzung vorgenommen, sodass nach Umbaumaßnahmen ein eigener Computerraum mit Serverraum in Betrieb genommen werden kann. In der Zwischenzeit sind alle Räume im Hauptgebäude vernetzt (LAN und zusätzlich WLAN). Die Anbindung des Fachklassengebäudes steht bevor.
  • 1994 - Die Realschule Speicher ist wieder Ausbildungsstätte für Realschullehrkräfte. Pro Ausbildungsgang werden seither zwei oder drei NachwuchslehrerInnen in Kooperation mit dem Staatlichen Studienseminar für das Lehramt an Realschulen in Trier auf den Lehrerberuf vorbereitet.

In den letzten Jahren:

  • Es wurde die Kooperation mit außerschulischen Partnern verstärkt. Neben den Förderern wie RWE, Casio Deutschland, Kreissparkasse Bitburg-Prüm, Volksbank Eifel Mitte eG und Bronze Plein (Speicher) ist da besonders die Industrie- und Handelskammer Trier zu nennen: Speziell für die Klassenstufe 9 wird ein Trainings- und Qualifizierungsprogramm Fit für das Berufsleben angeboten. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler (etwa die Hälfte des jeweiligen Jahrganges) erhalten zusätzlich zu dem durch die Bundesagentur für Arbeit mitgestalteten Pflichtprogramm im Unterricht eine intensive Schulung für ihre Lebens- und Berufsplanung.
  • Zudem erfolgte ein Ausbau des Nachmittagsangebotes: Neben den bereits bestehenden Arbeitsgemeinschaften wurde eine verlässliche Hausaufgabenbetreuung durch Fachlehrer unmittelbar nach dem Unterricht eingerichtet.
  • Seit dem Schuljahr 2002/ 2003 ist unsere Schule dem Projekt erweiterte Selbständigkeit PES angeschlossen. Damit stehen für den kurzfristigen Ausfall (z. B. Krankheitsfall oder Lehrerfortbildungen) Vertretungskräfte zur Verfügung, die von der Schule selbst angeworben und in den laufenden Unterricht integriert werden. Ziel ist es, auf diese Weise den Unterrichtsausfall zu verringern, was uns bisher weitgehend gelungen ist.
  • Im Schuljahr 2004/2005 begann die Kooperation unserer Schule mit Casio Deutschland, einem Hersteller von u. a. Grafik-Taschenrechnern. In einem langfristig angelegten Schulversuch wird anstelle des normalen Taschenrechners ein grafischer mit großem Display im Mathematik-Unterricht der beteiligten Klassen (zurzeit Klasse 8b und Klasse 10b) eingesetzt. Die Schülerinnen und Schüler erhalten den Rechner von der Schule und verwenden ihn im Unterricht und zu Hause. Programme zur Dynamischen Geometrie und Tabellenkalkulation können so z. B. jederzeit und ohne großen Aufwand genutzt werden.

Nicht nur durch die angekündigten Veränderungen in der Schulstruktur des Landes Rheinland-Pfalz wird es auch in der Zukunft eine spannende und dankbare Aufgabe bleiben, als Realschule im Raum Speicher für und mit den Schülerinnen und Schülern zu arbeiten. (JW)